Besser Leben mit Miniwäldern in der Stadt
Shownotes
Enorm aufgeheizter Asphalt und Beton. Wenig Grün, das Schatten spendet und für Abkühlung sorgt. Immer heißere und trockene Sommer, aber auch Starkregen-Ereignisse werden in Städten zur Gefahr. Mit Miniwäldern kann für ein besseres Klima, Arten-, Wasser- und Hitzeschutz in der Stadt gesorgt werden. Ganz praktisch wird es aktuell in Dresden. Hier haben sich Bürger*innen aufgemacht, mit dem Projekt "Mein Baum - mein Dresden 2.0" Miniwälder in die Stadt zu bringen. Es geht um 550.000 Bäume, eine Waldinsel für jeden Stadtteil. Wir sprachen mit Nora Huxmann, Juniorprofessorin an der TU Dresden, über das geplante Projekt und bisherige Erkenntnisse über Miniwälder.
Shownotes:
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00:00:17: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast.
00:00:20: Alles klar!
00:00:21: Der Heinrich Böll Landesstiftungen von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen.
00:00:30: Ob überschwemmungen ausgetrocknete Flüsse und Sehen, sinkendes Grundwasser, vertrocknende Wälder und durstende Felder oder Wasserentnahmeverbote und Produktionsausfälle Deutschland befindet sich längst in einer Wasserkrise Mit unterschiedlichen Akteurennen.
00:00:49: besprechen wir in unserem Podcast, wie wir das immer kostbarere Nass schützen können.
00:00:54: Folgt uns dabei und taucht ein in die Welt des Wassers!
00:01:17: Nun haben sich BürgerInnen von Dresden aufgemacht, Mini-Wälder in die Stadt zu bringen.
00:01:22: Von Nora Huxmann Junioprofessorin an der TU Dresd'n.
00:01:26: lassen wir uns erklären warum diese gut für Menschen, Klima und Artenvielfalt aber auch für Wasser in der Stadt sind.
00:01:35: Mini beziehungsweise Mikrowelder oder auch Tiny Forests sind ein Tool blau grüner Infrastrukturen also von Strukturen die mit gezielt gepflanztem Grün Risiken etwa durch Überschwemmungen nach Starkregen, sommerliche Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit abmildern.
00:01:56: Mehr Entsiegelte und für Pflanzungen genutzte Flächen verbessern den Wasserrückhalt in der Stadt.
00:02:02: Über das grün verdunstete Wasser kühlt in der sommerlichen Hitze.
00:02:07: Deshalb sprechen wir auch über blau-grüne Infrastrukturen an dieser Stelle.
00:02:11: Aber zu den Details kommen wir jetzt!
00:02:17: Du bist Gärtnerin, Planerin und widmerst dich im Rahmen einer Junior-Professor an der TU Dresden.
00:02:22: Der Pflanzenverwendung in der Landschaftsarchitektur... Ich hoffe ich habe das so richtig wiedergegeben.
00:02:27: ansonsten!
00:02:27: Alles
00:02:27: korrekt?
00:02:28: Kannst du gerne
00:02:29: gegensteuern?!
00:02:31: Ich würde gerne mit dir heute einen Blick auf Dressen werfen.
00:02:34: Also ich empfinde Dresen als eine sehr grüne Stadt Und trotzdem gibt es Anstrengungen Dresten noch grüner zu machen.
00:02:43: Könntest du ganz kurz uns erzählen, warum denn diese Anstrengungen nötig sind Dresden noch grüner zu machen.
00:02:51: Also du hast recht, Dresd'n ist sehr grün.
00:02:53: ich habe gestern mal die KI gefragt.
00:02:56: sie sagt, es sei ein sechzig Prozent Grünflächen.
00:02:58: haben wir keine Ahnung ob das stimmt aber das Grün ist halt ungleich verteilt.
00:03:04: Also das heißt, wir haben zum Teil Stadtquartiere die sehr dicht bebaut und sehr hoch versiegelt sind wo wir eben wenig grün haben.
00:03:11: Und dann haben wir welche mit großen Grünflächen gesegnet sind.
00:03:15: Insofern brauchen wir mehr Grünen nicht global sondern in bestimmten Stadtteilen ganz spezifisch.
00:03:24: Dann geht es natürlich auch immer um die Qualität der grünen Flächen die sich einmal durch Ausstattung mit Vegetationen ausdrückt, aber natürlich auch durch die Art wie diese gepflegt wird.
00:03:35: Und insgesamt ist Statuen ja einfach wichtig als Hitzeschutz zur Gesundheitsvorsorge, im Regenwassermanagement sind hier alles Themen, die du auch schon glaube ich behandelt hast, Biodiversität sowieso und eben diese Frage welche sozialen Funktionen Grün auch einnehmen kann in welchen Stadtteilen es eine, die wir uns interessieren eben auch immer wieder stellen müssen.
00:03:56: Besonders wertvoll sind natürlich auch große, gut eingewachsene Bäume und insofern alte Grünflächen.
00:04:03: Das soll uns aber nicht davon abhalten mehr neue Grün Flächen zu schaffen.
00:04:08: Kannst du Stadtteile benennen die du vor allen Dingen im Blick hast?
00:04:12: Die Innenstadt ist natürlich sehr steinern das wissen wir auch.
00:04:16: in der Neustadt haben wir nicht super viel grün pischen ist, glaube ich auch noch ein Stadtteil der relativ überhitzt ist.
00:04:25: Aber wir haben da ja diese wunderbaren Themen stattpläne?
00:04:28: Ich weiß nicht ob du die kennst und schon gesehen hast kann ich jedem ans Herz liegen!
00:04:32: Da kann man tatsächlich auch die Überwärmung einzelner Quartiere anschauen.
00:04:36: also kann man mal schauen wo man so wohnt und wie man es
00:04:38: wohnt.
00:04:38: www.dresen.de findet man die auf jeden Fall genau.
00:04:42: Wir wollen uns heute über Mini-Welder Mikrowelder unterhalten und welche Rolle genau diese kleinen Mini-Wälder in Dresden spielen könnten.
00:04:52: Die Frage ist, was können Sie denn leisten innerhalb einer Stadt und was nicht?
00:05:00: Wo denkst du, können sie echte Verbesserungen bringen?
00:05:04: Das ist ein Versuch etwas, das wir wissen, was klimatechnisch sehr wertvoll ist nämlich der ja so ein Waldklima, Wald-Innen-Klima macht aber auch als Frischluftgenerator für das Umlanddient zu übersetzen in eine Struktur die wir in der Stadt abbilden können.
00:05:23: Also das heißt, dass diese Mikrowälder oder Mini-Wäldern halt recht dicht bepflanzte urbane Waldartige Flächen sind.
00:05:33: Oft nach der sogenannten Miyawaki Methode angepflanzt.
00:05:36: Das ist wenn man sehr kleine Gehölze sehr dicht setzt so dass man schnell eine Situation hat wo die sich gegenseitig aushelfen also durch Beschattung solche Sachen, also sofort in so einen mehrschichtigen Aufbau geht und halt schnell ein Erfolg sieht.
00:05:53: Und das Interessante daran ist dass man das eben sehr viel kleiner skalieren kann als das was wir klassischerweise als Wald kennen, dass wir damit Restflächen oder auch schwierige Standorte bespielen können und das auch wenn wir jetzt so in Richtung Wir müssen mehr entsiegeln schauen dadurch so ehemals versiegelte Räume eben ganz andere Qualitäten bekommen können Und die helfen dann halt eben lokal fürs Mikroklima und je nachdem wie viele und in welcher Größe davon wir in so einer Stadt unterbringen können, natürlich auch für das Gesamt also etwas großräumigere Klima der Stadt.
00:06:30: Sie sind aber kein Ersatz für alle anderen städtischen Grünflächen oder für Straßengrün
00:06:34: usw.,
00:06:35: sondern es ist tatsächlich ein Baustein in Richtung einer klimaresilienten Stadt der Zukunft.
00:06:41: Also wenn ich Wald höre, habe ich ja sofort vor Augen ein schöner Waldboden.
00:06:46: Ich kann da durchschlendern... Da gibt es Unterschiede wie ich das gerade rausgehört habe.
00:06:51: also sie sind sehr kompakt bepflanzt.
00:06:53: Das heißt man kann sie eigentlich nicht betreten.
00:06:55: und die zweite Sache ist du hattest grade eben gesagt so schwierige Bodenverhältnisse Wächst da dann überhaupt was?
00:07:03: Also
00:07:03: nicht einfach so.
00:07:06: Für diese klassischen Miyawaki-Wälder würde man den Boden potenziell vorher auch verbessern, damit das dann so funktioniert und relativ schnell, relativ self sustaining als Vegetationsstruktur ist.
00:07:20: Das war jetzt aber deine zweite Frage.
00:07:22: Du hattest definitiv noch eine erste?
00:07:24: Kann ich da durchschlendern, also ist das auch
00:07:26: für mich... Genau!
00:07:27: Das ist tatsächlich was wo ich selbst auch häufig mit diskutiere weil mein Anlass ja viel ist über gesunde Städte zu reden.
00:07:35: und was macht Stadtgrün für Menschen?
00:07:39: Das ist bei einem klassischen Miyawaki nicht vorgesehen, der so als Waldinsel in sich wirklich dicht ist.
00:07:45: Wo man meistens sogar einen Zaun drum macht um sozusagen am Anfang wenn das noch ein bisschen vulnerabler ist die Störung zu vermeiden.
00:07:53: Aber es gibt natürlich, wenn man das ganze jetzt landschaftsarchitekturisch planerisch betrachtet die Möglichkeit zu sagen okay ich muss ja nicht eine große Insel machen vielleicht mache ich mehrere kleine und ich kann dazwischen lang laufen.
00:08:04: Und ich kann natürlich auch abgestuft vorsehen welche Zonen jetzt wirklich als Biodiversitätszonen betreten werden dürfen und welche ich aber vielleicht auch tatsächlich zur Nutzung freigeben darf.
00:08:16: Die Idee ist schon auch bei so Stadtwaldprojekten in der Regel, dass man Aufenthaltsflächen für Menschen schafft und ich halte das auch für sehr wichtig.
00:08:26: Absolut!
00:08:27: Wird man wir uns doch einen zweiten wichtigen Thema und zwar dieser Podcast ist ja ins Leben gerufen worden weil es hier ums Wasser geht.
00:08:36: Und da ist natürlich meine Frage, was kann dann so ein Mikrowald hinsichtlich des Wassers leisten?
00:08:42: Also
00:08:42: grundsätzlich ist es ja so dass ich mit Vegetation und je größer die ist also Baum besser als Staude, kann ich ja Wasser halten das sonst abfließen würde.
00:08:52: Also das heißt ich habe erstens wenn ich jetzt eine Entsiegelungssituation hätte den Boden, den ich wieder geöffnet hab wo überhaupt erstmal Wasser im Boden aufgenommen werden kann.
00:09:02: Ich habe dann die Pflanzen, die dieses Wasser natürlich aus dem Boden entnehmen und dann durch die Verdunstung die sie betreiben ja wieder in die Stadt, sozusagen abgeben.
00:09:11: Die Stadt runterkühlen wo ansonsten wenn ich einfach eine versiegelte Fläche habe mein Wasser in die Kanalisation abfließt und es aus der Stadt quasi entfernt wird.
00:09:19: Wenn ich jetzt anschaue dass sich den Effekt bei einem Baum schon sehen kann dann kann ich mir vorstellen wenn ich so ein dicht bepflanzte Gehölzstruktur habe die so einen Minivald ultimativ mal wird, wo dann eben sowohl große Bäume als auch so eine Kleinbaum-Strauchstruktur drunter ist.
00:09:37: Also dass ich sozusagen in mehreren Schichten Vegetationen dicht auf einer Fläche verteile.
00:09:42: Dann kann ich mir ja so ungefähr vorstellen wie sich dieser Effekt potenziert und wie ich also sehr viel mehr Wasser halten kann in der Stadt.
00:09:51: Großartig!
00:09:52: Natürlich interessiert mich jetzt ob es in Dresden schon ein Mikrowalt gibt?
00:09:56: Oder wenn nein, in welchen Städten du sagst da läuft das gut.
00:10:00: Da habe ich drüber gelesen.
00:10:02: vielleicht kannst du uns da auf den Stand bringen.
00:10:05: Das ist eine schwierige Frage für Dresd'n weil wir haben natürlich Waldartige Strukturen auch im Dresdens Stadtbereich schon aber jetzt keine Projekte die tatsächlich so als Mikro- oder Miniwald angelegt werden wobei es ja gerade aktuelle Initiative gibt die genau das gerne ins Leben rufen möchte Und... Wir haben in Dresden insofern eine total gute Grundsituation, als die Stadt da ein Interesse daran hat auch unterschiedliche Klimaanpassungskonzepte auszuprobieren.
00:10:35: Dieses Projekt mit den urbanen Miniväldern auch unterstützt und auch grundsätzlich sehr im Austausch ist.
00:10:42: also es gibt so experimentelle Baumpflanzungen, Baumpartenschaften haben wir in Dresten hier auch schon und mit dem Forum Stadtgrün auch so einen Austauschworum wo Fachwissen von der Stadt auch versucht wird immer wieder im Austausch mit der Praxis und mit der Wissenschaft zu diskutieren.
00:11:00: Und das ist also eine supergute Ausgangslage, aber einen tatsächlichen Minivald gepflanzt haben wir meines Wissens noch nicht.
00:11:09: Es gibt aber andere spannende Referenzprojekte natürlich.
00:11:13: Das wichtigste sächsische Referenz-Projekt wären die urbanen Wälder Leipzig, die sind nicht als Minivald oder unter diesem Titel gepflanzt worden.
00:11:21: Aber das ist eines der wichtigsten Langzeitforschungs Projekte mit urbanen Weldern, wo man also an verschiedenen Standortenwäldern aufgepflanzt hat und die gute zehn Jahre jetzt im Monitoring ausgewertet wurden Und man halt untersuchen konnte, wie sich das Stadtklima der Wasserhaushalt, der Boden und die Biodiversität auch entwickelt.
00:11:46: Man hat eben auch so diese Erholungsnutzung und die Akzeptanz untersucht.
00:11:49: Das ist nämlich auch super spannend!
00:11:51: Weil wenn es so klein gepflanzt wird gar nicht unbedingt sofort als Wald gelesen wird von Menschen.
00:11:58: Deswegen diese Frage dessen, wie kommuniziere ich das?
00:12:01: Wie kann ich das eigentlich verstetigen... im Sinne eines Einbezugs der Bevölkerung da ganz relevant ist.
00:12:10: Und dann gibt es aber natürlich auch schon... Wirkliche Minivaltprojekte, das habe ich jetzt selber auch nochmal nachgeguckt.
00:12:20: Was sind so die, die man irgendwie am besten findet oder über die man das findet?
00:12:24: In Frankfurt gibt es das Mein-Weltchen Das ist ein öffentliches Tiny Forest Projekt was viel mit Schulen und Nachbarschaften zusammen geplant wurde.
00:12:32: Es gab in Halle große gemeinsame Baumpflanzaktionen Und das war so.
00:12:38: jetzt wissenschaftlich.
00:12:39: Ich komme ja immer sozusagen von dem Engel wie gut ist das beforst?
00:12:43: Am Besten bevorstest in der tiny forest bewege ist das Earthwatch Tiny Forest Netzwerk in Großbritannien.
00:12:48: Da ist so ein richtiges wissenschaftliches Monitoring quasi drübergelegt und man hat halt neben diesen Effekten, von denen man so mehr oder minder ausgeht und dass die Biodiversität sich erhöht, dass die Versicherungsraten sich verbessern eben auch diese Fragen der sozialen Aktivierung und der Umweltbildung mit untersucht und feststellen können, dass es auch da ein gutes Tool ist.
00:13:13: Sehr spannend.
00:13:14: Ich blicke gerade aus dem Fenster und sehe da eine riesengroße Brache vor mir, das ist der alte Leipziger Bahnhof.
00:13:20: Ist das auch schon ein Mini-Wald?
00:13:23: Ja,
00:13:23: es ist nicht das Gleiche wegen der bewussten Setzung.
00:13:27: Aber ich würde das gerne nicht wehrten sondern ich würde gerne sagen dass auch Successionsbegrünung definitiv ihre Merits hat.
00:13:37: Ich denke lische wieder so furchtbar heute.
00:13:39: Das tut mir leid liebe Menschen die mir zuhören.
00:13:43: Auch Successions Begrünungen hat Vorteile weil da sich natürlich dann bestimmte Arten aussehen die besonders gut an diesem Stand dort auch angepasst sind.
00:13:51: Und man kann durch ein gezieltes Management-Successionsgrün zu sehr wertigen Flächen heranziehen, der Unterschied zu den Miniwäldern ist eben die Bewusstesetzung und die Artenzusammensetzung, die ich mir überlege.
00:14:09: Die ich natürlich mir überlege dafür dass sie besonders biodivers ist, dafür das sie Klimaresilien sein möchte für in die Zukunft gedacht.
00:14:19: Wir wollen ja im Idealfall, dass unsere Bäume alle da geraume Zeit stehen können und ich habe eben diese besondere Dichte und diese besonderen Schichtung, die ich mir dabei eben gezielt überlegen kann.
00:14:32: das heißt in der Regel nur, dass es schneller geht.
00:14:35: also Ich kann mit Geduld und der entsprechenden Fachkenntnis auch aus einem sukzessionsgrün sehr wertiges Grün machen.
00:14:47: Es sind einfach zwei unterschiedliche Richtungen, in die ich gehen kann.
00:14:51: Also ich glaube wichtig ist ein gutes Mix an unterschiedlichen Grünflächen und Strukturen.
00:14:56: Und da können sowohl Suksessionsflächen als auch Mini-Wälder eine Rolle spielen.
00:15:02: So weit vielleicht die Theorie?
00:15:03: Wer kann denn jetzt einen Mikrowalt anlegen?
00:15:07: Können wir alle das machen?
00:15:08: Ist das eher die Stadt oder die Gemeinde?
00:15:11: Oder kann es privat stattfinden, auf wen müsste ich dann zugehen wenn ich privat das machen möchte.
00:15:18: Es ist so, dass ganz alleine zu machen ist vielleicht schwierig aber es gibt private Initiativen auf jeden Fall auch hier in Dresden solche Flächen anzulegen.
00:15:28: und worum's dann geht?
00:15:29: es die entsprechende Unterstützerstruktur zu finden.
00:15:33: also wir haben Hier in Dresden so eine, ich glaube, Graswurzelbewegung heißt es.
00:15:38: Wenn das noch kein Verein ist aber eben so ein Zusammenschluss von Menschen die Interesse daran haben, die sich mit so Mini-Wäldern oder Waldinseln auseinandersetzt und die schon ganz aktiv dabei ist sowohl Flächen zu finden auch im Austausch mit der Stadt.
00:15:56: Das Ding wenn man die Fläche nicht selber hat dann muss man den Tümer dieser Fläche ja irgendwie mit ins Boot holen.
00:16:03: Geschehen auch für verschiedene Orte und dann gibt es eben unterschiedliche Vereine, Verbände Expertisen auf die man zurückgreifen kann.
00:16:13: Das Projekt Moment arbeitet in Gemeinschaften mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die sich eben auch mit diesen Waldinselprojekten quasi in die Stadt wagen und da einen großen Erfahrungsschatz haben über die jetzt eben auch Förderungen beantragt werden können, also die sich dann sozusagen auch auf dieser organisatorischen Ebene mit einbringen.
00:16:36: Aber ganz grundsätzlich man muss ja auch nicht immer gleich einen Wald pflanzen.
00:16:39: vielleicht hatten wir auch erst mal Gebüsch oder sowas.
00:16:42: Es ist durchaus so, dass man sich da einbringen kann.
00:16:45: und wenn man es jetzt noch kleiner denkt als was kann ich als Dresdner persönlich machen gibt es sogar die Möglichkeit ja sich hier so Straßenbegleitgrün mit anzueignen.
00:16:55: also da gibt es ganz offiziell bei der Stadt kann man sagen diese Fläche möchte ich in Zukunft pflegen und dann kann man sich sozusagen sein eigenes Stückchen grün wo man sich austoben kann auch holen.
00:17:07: Im November, jetzt wechseln wir mal die Stadt von Dresden nach Berlin.
00:17:11: Hat das Berliner Abgeordnetenhaus das deutschlandweit erste Klimaanpassungsgesetz in Gestalt des Bäume Plus-Gesetzes angenommen?
00:17:18: Dem ging ein Volksentscheid voraus wo es hieß mehr Bäume für Berlin dem sogenannten BaumentscheID braucht das jede Stadt.
00:17:29: Ich glaube, das Gesetz ist total wichtig weil es Klimaanpassung verbindlich macht.
00:17:34: Das ist das was dieses Gesetz uns gibt!
00:17:37: Es ist nicht wichtig ob das aus Berlin kommt oder ob man eine Stadt ähnlicher Größe ist, ob man überall den Bürgerentscheid hat sondern es ist ganz klar in diesem Gesetz geregelt welche Ziele es gibt wie die Zuständigkeiten sind und man schafft dadurch einen Umsetzungsdruck.
00:17:54: Und wenn wir ehrlich sind, ist das was ja vielerorts fehlt.
00:17:57: Wir wissen hier im Grunde alle dass wir in eine unsichere Zukunft gehen und dass wir tun müssen was geht.
00:18:04: Das ist eben was mittels diesen Gesetzes in Berlin jetzt geregelt wurde erreicht wurde.
00:18:10: Ich glaube es gibt schon auch andere Tools.
00:18:13: ich glaube man kann auch anders Verbindlichkeiten als statt schaffen.
00:18:17: Ich würde sagen das ist sozusagen das Last Result.
00:18:19: Wenn man's nicht anders organisiert kriegt oder es bleibt zu stecken, dann ist das natürlich was, was das anders fest schreibt als nur so eine Absichtserklärung.
00:18:31: Okay, kann man auf jeden Fall mitnehmen?
00:18:33: Wenn wir jetzt mal ein bisschen von den Mikrowäldern weggehen gibt es Wünsche die du formulieren würdest in Richtung Kommune, in Richtung Länder weil's eine blau-grüne Infrastruktur anbetrifft in Städten.
00:18:51: Aber ich würde tatsächlich anfangen mit einem meiner Lieblingsthemen, dass wir jetzt immer nur so touchiert haben die Pflege.
00:18:57: Wir brauchen eine fachgerechte gute Grünpflege weil wir wissen das speziell wenn wir die Gehölz angucken ein alter Bestandsbaum einfach unglaublich viel mehr Klimaleistung erbringt auch für die Biodiversität relevanter ist als neuge Pflanzter.
00:19:16: Und das heißt so einen Bestand zu schützen, zu sichern und zu entwickeln wäre das was mir am allerwichtigsten ist noch vor der Neuanlage.
00:19:25: Natürlich finde ich aber, dass wir auch Neuanlage brauchen und speziell in diesem Bereich grün-blaue Infrastruktur.
00:19:32: Wenn wir mehr Wasser lokal halten wollen dann müssen wir das natürlich entsprechend infrastrukturell möglich machen.
00:19:39: Das heißt Entsiegelung ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema und ich kann Grünflächen ja auch gezielt als Wasserspeicher anlegen oder das brauchen wir auf jeden fall.
00:19:50: Was mir aber auch total wichtig ist, ist wirklich dieses Stichpunkt Umweltgerechtigkeit.
00:19:55: Wir hatten es das die Stadtteile unterschiedlich versorgt sind.
00:19:58: wir sehen das immer wieder in Städten also auch weltweit dass vor allem die sozialen Brennpunkte häufig diese sind die auch was das statt grün betrifft unterversorgt sind.
00:20:10: Also da wirklich wünsche ich mir von den Städtern und Kommunen ein waches Auge und irgendwie gute Entwicklungsstrategien um Umweltgerechtigkeit anders umzusetzen in Städten.
00:20:23: Und dann immer wieder diese Frage der Partizipation des kreativen Prozesses und der Kooperation, also für mich an der Uni ist es unglaublich wichtig der Praxis kooperieren zu können, echte Projekte sehen und umsetzen zu können.
00:20:41: Und ich glaube das kann und muss sich auch immer wieder gegenseitig befruchten weil es überhaupt nichts nutzt wenn ich mir in meinem Elfenbeinturm überlege wie Stadtgrün gut aussieht.
00:20:49: Ich glaub was es braucht ist dass es da draußen ausprobiert und gebaut wird und gepflegt und wir alle zusammenschauen was funktioniert.
00:21:00: unklare Zukunft.
00:21:01: Und wir müssen uns und unsere Städte dafür fit machen, wie wir damit
00:21:05: umgehen.".
00:21:08: Dies war eine Folge des Podcasts Alles klar!
00:21:12: Der Heinrich Böll Landesstiftungen von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg Vorpommern Hamburg Niedersachsen Brandenburg und Sachsen.
00:21:20: Vielen Dank für euer Interesse.
00:21:22: Ihr habt noch Fragen rundums Wasser?
00:21:25: Vielleicht findet unserer Ausstellung alles im Fluss Wie die Klimakrise.
00:21:28: zur Wasserkrise wird schon antworten.
00:21:31: Gern klären wir noch offene Fragen, auch in einem unserer nächsten Podcasts bzw.
00:21:36: auf einer Veranstaltung.
00:21:38: Fragt gern nach bei uns!
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